Corona-Impfung:    

Nach Ostern werden auch viele Arztpraxen beim Impfen gegen Corona mitarbeiten, damit das Impfen deutlich an Fahrt aufnimmt. Die Impfzentren werden bevorzugt mit Impfstoffen versorgt, da diese die Hauptarbeit leisten. Die Arztpraxen werden mit dem Rest versorgt. Anfänglich werden dies nur wenige Impfdosen pro Woche sein; mit besserer Versorgungslage dann mehr.

Man sollte sich nicht zu viel Hoffnung machen, dass man jetzt ganz schnell in den Arztpraxen geimpft werden kann. Zum einen erhalten die Praxen gar nicht die Mengen, die nötig wären; zum anderen sind wir in den Arztpraxen keine Impfzentren, die nur mit Impfen beschäftigt sind. Die erste Aufgabe in den Praxen ist eine ambulante Versorgung unserer Patienten mit den alltäglichen Problemen. Impfen ist nur ein kleiner Teil unserer täglichen Arbeit. So wird es Monate dauern (nicht wenige Wochen), bis man allen Patienten ein Impfangebot machen kann.  

Impfstoff:
Wer sich in der Praxis impfen lassen will kann sich den Impfstoff nicht aussuchen; wir verimpfen den Impfstoff, der uns geliefert wird. Es wird auf jeden Fall so sein, dass man bei der 2. Impfung den gleichen Impfstoff erhält wie bei der 1. Impfung.
AstraZeneca Impfstoff ist nur für Personen über 60 Jahre zugelassen.

Welche Patienten werden zuerst geimpft ?
Es gibt die sogenannten Priorisierungsgruppen. 
Gruppe-1: Alter über 80 Jahre  , bestimmte Gruppen mit hohem Risiko (z.B. ärztliches Personal usw.)
Gruppe-2: Alter 70 - 80 Jahre , Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen
Gruppe-3: Alter unter 70 Jahre, Patienten mit bestimmten chronischen Erkrankungen.
In den Impfzentren wurden bisher vor allem Patienten aus der Gruppe-1 geimpft. Je besser die Versorgung mit Impfstoffen wird, umso schneller können die weiteren Gruppen nacheinander geimpft werden.
In den Praxen sind wir auch angehalten, uns an diese Reihenfolge zu halten.
So kann es sein, dass Patienten mit Attest, dass sie der Gruppe-3 angehören, trotzdem Wochen bis Monate warten müssen, bis sie einen Impftermin bekommen.

Planung von Impfungen in der Praxis:
Wir können in den Arztpraxen jede Woche bei den Apotheken eine Bestellung abgeben. Ob unsere Wünsche erfüllt werden, erfahren wir einen Tag später. Da die Impfstoffe in der Handhabung sehr kompliziert sind (Lagerung, Kühlung, Haltbarkeit usw.) ist eine Terminvorhersage nur 1 Woche vorher möglich, da je nach Impfstoff eine Verimpfung innerhalb von 120 Stunden erfolgen muss. Eine geöffnete Serumampulle ist gedacht für mehrere Patienten und muss dann z.B. innerhalb weniger Stunden verabreicht werden. Das stellt die Praxen vor eine enorme logistische Herausforderung, die deutlich höher ist wie bei den bekannten Impfungen (Grippe, Tetanus usw.). Bei diesen bekannten Impfungen ist eine Spritze für einen Patienten vorgesehen und diese Spritze ist über Monate lang haltbar im Kühlschrank.
Je nach Impfstoff muss dann eine 2. Impfung nach entweder 6 oder 12 Wochen geplant und durchgeführt werden. Die Patienten, die in unserer Praxis geimpft werden, bekommen auf jeden Fall auch die 2. Impfung in unserer Praxis angeboten.

Impfzentrum oder Praxis ?
Ich würde doppelgleisig fahren. Auf jeden Fall, wenn möglich sich im Impfzentrum anmelden; telefonisch oder online ( https://impftermin.rlp.de ). Und man kann in der Praxis nachfragen.

Wer wird in der Praxis auf keinen Fall geimpft ?
- Alter unter 18 Jahren
- Schwangere
- in den letzten 2 Wochen eine andere Impfung erhalten
- akute behandlungsbedürftige Erkrankung
- Tumorpatienten unter Chemotherapie oder Bestrahlungstherapie
- Patienten mit Z. n. allergischen Reaktionen auf andere Impfstoffe
- Patienten mit Gerinnungsstörungen und Z. n. Thrombosen
- Patienten mit schon terminierten Impfungen in einem Impfzentrum

Wer gegen Corona geimpft werden will in unserer Praxis
- sollte den unbedingten Willen haben sich impfen zu lassen
- egal mit welchem Impfstoff (nach den Richtlinien des RKI)
- egal an welchem Wochentag oder Uhrzeit

Fazit:
Wir sind froh, dass wir einen kleinen Beitrag in den Praxen leisten können für die Pandemiebekämpfung. Wir werden unserer Bestes geben bei dieser schwierigen Aufgabe. 60 Millionen Menschen 2 x zu impfen stellt eine Herkulesaufgabe dar, die erst in Monaten bewältigt werden kann und eben nicht in wenigen Wochen. Der Wunsch nach einer schnellen Rückkehr zu unserem normalen Leben ist verständlich, aber eben nicht zu erzwingen. In den letzten 3 Monaten wurden 8 Millionen Menschen in Deutschland wenigstens 1 x gegen Corona geimpft; also 10 % der Bevölkerung. Wenn 50.000 Arztpraxen je 20 Impfungen pro Woche machen dürfen, sind das immerhin 1.000.000 Impfungen pro Woche zusätzlich zu den Impfzentren. Auf jeden Fall wird das Impfen ab jetzt deutlich an Fahrt aufnehmen.

 

Ihr Praxisteam